Demokratie braucht Erziehung

"Ob wir gegenüber rechtspopulistischen Verheißungen empfänglich oder immun sind, hängt von unseren Kindheitserfahrungen ab.“ Kindheit – eine politische Dimension? Wer sich abgehängt, benachteiligt und chancenlos fühlt, heißt es, wende sich Demokratie braucht Erziehung vorzugsweise der AfD zu. Je verunsicherter und ungebildeter Kinder aufwachsen, je mehr Strafen und Abwertungen sie erfahren, umso empfänglicher sind sie für „rechtspopulistische Verheißungen“. Das, räumen die Autoren ein, trifft allerdings nicht auf alle diese Kinder zu. Kinder, sagen sie, haben ein Bedürfnis nach Sicherheit, Anerkennung, Zugehörigkeit und Wirksamkeit. Werden diese Fragen nicht beantwortet, haben rechtspolitische Kräfte leichtes Spiel. Anhand einer „Politischen Landkarte“ zeigen sie, wo der „Rechtsruck“ stattfindet: in der „heraufziehenden Diktatur in den USA“, im „Schatten der DDR-Diktatur“, in ländlichen Gegenden, im Kampf der Geschlechter und mangelnder Bildung. Der Kampf gegen rechts, sagen sie, brauche (auch) eine Suche nach einem tragfähigen, verbindenden Plan. Der Buch-Titel weckt Erwartungen, nimmt aber vor allem den Rechtspopulismus in den Blick. Gesellschaftliche Veränderungen, Wegfall von Bezügen und Teilhabe-Orten bleiben unerwähnt. Kein leichtes Thema, keine leichte Lektüre.

Christiane Raeder

Christiane Raeder

rezensiert für den Borromäusverein.

Demokratie braucht Erziehung

Demokratie braucht Erziehung

Herbert Renz-Polster, Ulrich Renz
Kösel (2025)

175 Seiten
kt.

MedienNr.: 623391
ISBN 978-3-466-31246-7
9783466312467
ca. 15,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Pä
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