Kurze Einführung in das Christentum für alle
1968 veröffentlichte Joseph Ratzinger auf der Grundlage seiner Vorlesungen über das Apostolische Glaubensbekenntnis seine „Einführung in das Christentum“. Nach zahlreichen unveränderten Neuauflagen hat nun Manfred Lütz (zuletzt u.a. "Der Skandal
der Skandale", BP/mp 18/446) dieses Standardwerk überarbeitet, um es leichter zugänglich zu machen. Lütz hat die Überschriften der Kapitel verändert und ihnen kurze "Appetithappen" vorangestellt, theologische Diskussionen sowie den Anmerkungsapparat gestrichen. Der verbliebene Text selbst (laut eigener Aussage etwa drei Viertel) ist – abgesehen von wenigen ersetzten Begriffen – weitestgehend unverändert. Den Sätzen des apostolischen Glaubensbekenntnissens folgend zeichnet Ratzinger das Ringen um das Verstehen und verständliche Weitergeben der Erfahrungen der ersten Glaubenszeugen vor dem Hintergrund der damaligen religiösen Gedankenwelt und Praxis nach, im Hinblick darauf, was das Wesentliche christlichen Glaubens und Lebensvollzugs damals und heute ist. Für Christen wie Nichtchristen bietet das Werk nach wie vor hervorragende Orientierung und räumt zahlreiche landläufige Missverständnisse aus, gerade zu heutzutage so schwer vermittelbaren Themen wie Dreifaltigkeit, Menschwerdung, leibliche Auferstehung, Gericht und nicht zuletzt Kirche. Der in der Original- wie in der Lütz-Ausgabe über weite Strecken gleichlautende Text ist bei konzentriertem Lesen für Laien verständlich, manche Gedankengänge im ausführlicheren Original noch etwas klarer. Dafür mag die Lütz-Ausgabe Neugier wecken und Hemmschwellen senken und so den Leserkreis erweitern. Anschaffungsempfehlung überall, wo die Originalausgabe nicht vorhanden ist.
Monika Graf
rezensiert für den Borromäusverein.
Kurze Einführung in das Christentum für alle
Joseph Ratzinger ; überarbeitet für alle von Manfred Lütz
Kösel (2023)
255 Seiten
fest geb.