Die Vergolderin
Nachdem die Familie aus Osnabrück fliehen musste, weil der Vater, ein Goldschmied, zum Fälscher geworden war und sich daraufhin erhängt hat, stirbt kurze Zeit darauf auch die Mutter. Lissi, die Älteste der drei Geschwister, flüchtet zum Großvater
nach Braunschweig. Der Großvater, ebenfalls Goldschmied, lässt Lissi seine Goldschmiedearbeiten übernehmen, obwohl die Gilde ihn ausschließen könnte, weil es Frauen nicht erlaubt ist, diesen Beruf auszuüben. Auch Lissi geht ein großes Risiko ein, weil sie heimlich Rahmen vergoldet, die sie ihrem Geliebten zum Weiterverkauf zusteckt, wozu sie die Stadt verlassen und heimlich abends zurückkehren muss. Als sie auf einem ihrer Ausflüge dem Bruder eines zwielichtigen Kaufmanns begegnet, gerät sie durch ihn in größte Gefahr. - Ein spannender Schmöker, der gekonnt die historischen Gepflogenheiten der Gilden, der skrupellosen Kaufleute und rechtlosen Frauen mit einer Liebesgeschichte verbindet. Im Großen und Ganzen sind die Charaktere differenziert gezeichnet. Die Verwendung einiger Klischees tut der Versenkung des Lesers in die damalige Zeit keinen Abbruch.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Vergolderin
Helga Glaesener
List (2011)
459 S. : Kt.
fest geb.