Karl Konrads heimliches Afrika
Karl Konrad ist ein sympathischer, wenn auch etwas einfältiger Eigenbrötler, der den Lebenssinn in der Versorgung seiner pflegebedürftigen Mutter gefunden hat. Sein Bruder Tommy hat sich schon vor Jahren nach Afrika abgesetzt, wohin auch der Vater
verschwunden ist. So lebt Karl allein mit seiner Mutter in einem Dorf im Irgendwo. Nicht nur für die Männer in der Dorfkneipe ist Elke, die Wurstverkäuferin des Metzgers, die einzige Attraktion des Ortes. Als Karl dann in der außergewöhnlichen Hitze des Sommers eine Karte aus Afrika erhält, kochen die Spekulationen hoch. Bleibt Karl, oder geht auch er? Karl aber hat eine andere Idee. Er baut sich sein eigenes Afrika. Zusammen mit zwei Schwarzen, die er zufällig trifft und die sich illegal im Land aufhalten, zerlegt er Teile seines Hauses, verfrachtet sie nachts an einen schwer zugänglichen See mitten im Wald und baut sie dort wieder provisorisch zusammen. Zu guter Letzt organisiert er sich vier Zebras und ein Flusspferd aus einem Zirkus. Die Dorfbewohner glauben lange Zeit, Karl sei tatsächlich mit seiner Mutter nach Afrika gefahren. Eines Tages jedoch kommen ihm der Postbote und später auch Elke auf die Schliche ... - Ein witzig melancholisches Buch, das davon erzählt, wie es jemandem gelingt, sich einen etwas sonderbaren Traum zu verwirklichen, wie daraus Freundschaften entstehen und alles immer wieder zu einem guten Ende kommt. Ab mittleren Beständen zu empfehlen.
Josef Schnurrer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Karl Konrads heimliches Afrika
Florian Beckerhoff
List (2012)
303 S. : Kt.
fest geb.