Superdaddy

Philipp, der etwa 40-jährige Ich-Erzähler, ein liebenswerter, allerdings auch wenig durchsetzungsfähiger Zeitgenosse, ist mit einer toughen und strikt karriereorientierten Soziologie-Professorin verheiratet, mit der er drei halbwüchsige Kinder Superdaddy hat. Er ist quasi allein erziehender Vater, denn Kinder und Haushalt bleiben - trotz seines permanenten, bemitleidenswert ergebnislosen Aufbegehrens - allein sein Ressort. Und da Superdaddy eine "Extremsportart" ist, ist es nicht verwunderlich, dass er in seinem Beruf als Comedian und Schriftsteller nicht recht vorwärts kommt. Mit einer neuen Agentin gelingt aber völlig unerwartet auch für ihn der berufliche Durchbruch, schließlich moderiert er sogar eine eigene sehr erfolgreiche Fernsehsendung: "Deutschland sucht den Superdaddy". - Der Erzähler, offenbar ein alter Ego des Autors, erzählt hier auf höchst vergnügliche Weise "über das alltäglich Chaos seiner fünfköpfigen Familie" (Umschlag) und über die gnadenlose Härte des Show-Geschäfts. Das Geheimnis von Sören Siegs Schreibweise ist nicht die karikaturhafte Übertreibung, sondern im Gegenteil die genaue Beobachtung und das präzise Herausarbeiten der komischen Seiten des Alltags und die treffsichere Pointe. Ein sehr empfehlenswerter, durchaus auch spannender Unterhaltungsroman mit Tiefgang, der sein komödiantisches, aber ebenso inhaltliches Niveau vom ersten bis zum letzten Satz in bewundernswerter Weise durchhält.

Superdaddy

Superdaddy

Sören Sieg
List (2012)

298 S.
kt.

MedienNr.: 362864
ISBN 978-3-471-35076-8
9783471350768
ca. 14,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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