Himmlische Träume
Nachdem Vianne Rocher wegen Streitigkeiten mit dem Pfarrer das französische Dorf Lansquenet verlassen musste, lebt sie mit ihrem Partner und ihren beiden Töchtern auf einem Hausboot in Paris. Dort erhält sie einen Brief aus Lansquenet. Die inzwischen
verstorbene Armande bittet Vianne darum, nach Lansquenet zu kommen, um jemandem zu helfen, der in Bedrängnis geraten werde. Der unvoreingenommenen Vianne, die sich einst mit ihrer Chocolaterie die Herzen der unter sich zerstrittenen christlichen und muslimischen Dorfbewohner erobert hat, erschließt sich nur langsam, welchen Auftrag Armande ihr aus dem Jenseits geschickt hat. - Harris zeichnet die in der französischen Gesellschaft virulenten Spannungen zwischen Christen und Muslimen treffend nach. Mithilfe wechselnder Erzählperspektiven schildert sie die Auswirkungen von Heucheleien und Vorurteilen auf die Dorfgemeinschaft von Lansquenet. Damit gelingt es ihr, mit ihrer differenziert gezeichneten Protagonistin eine Figur zu schaffen, die eine Vermittlerrolle zwischen den Kulturen einnimmt. (Übers.: Adelheid Zöfel)
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Himmlische Träume
Joanne Harris
List (2013)
491 S.
fest geb.