Das verkaufte Glück
In seinem historischen Jugendroman erzählt der bekannte Kinder- und Jugendbuchautor vom sog. "Schwabengehen". Vom 16. bis ins frühe 20. Jh. hinein war es gebräuchlich, dass verarmte Tiroler Bergbauernkinder von ihren Eltern in den Sommermonaten
zur Arbeit ins benachbarte Oberschwaben geschickt wurden. Zwölf Galtürer Kinder zwischen 8 und 13 Jahren machen sich in diesem spannenden, stilistisch einfach, aber ansprechend geschriebenen Jugendroman unter Führung ihres Mesners auf den beschwerlichen Weg ins Bodenseegebiet, wo sie auf einem "Kindermarkt" regelrecht feilgeboten werden. Im Mittelpunkt der Ereignisse steht das bedrückende Schicksal des 12-jährigen Jakob, seiner Freundin Anna und seines kleinen Bruders Kilian. Alle leiden unter der harten bäuerlichen Arbeit, aber noch mehr unter ständigem Heimweh und unter dem Gefühl, von den Eltern verstoßen worden zu sein. In seiner klaren, schnörkellosen und völlig kindgerechten Sprache erzählt der Autor über ein fiktives Geschehen, das allerdings exemplarisch ist und hohen Wahrheitsgehalt aufweist. Angesichts der weltweit verbreiteten Kinderarbeit ist das Thema in abgewandelter Form leider noch immer höchst aktuell. - Eine spannende und zum Nachdenken anregende Lektüre für Kinder und Jugendliche!
Das verkaufte Glück
Manfred Mai
Ravensburger Buchverl. (2013)
221 S. : Ill.
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 11