Wenn da nicht die Bären wären
Diese Situation kennt jedes Kind: Immer wird man abends gerade dann ins Bett geschickt, wenn das Spielen am schönsten ist. Zu allem Überfluss finden Theos Eltern, dass er mittlerweile alt genug ist, um alleine nach oben in sein Schlafzimmer zu gehen.
Und dass seine Eltern ihm nicht glauben, dass ihm die fiesesten Bären auf der Treppe auflauern, hilft ihm wirklich nicht dabei, Ruhe zu bewahren. Aber Theo nimmt seinen ganzen Mut zusammen und versucht tatsächlich, an den Bären vorbeizukommen - mit Keksen und Milch müssten die sich doch bestechen lassen, oder?! - Erwachsene können oft nicht nachvollziehen, wenn Kinder vor dem Schlafengehen von Monstern unter dem Bett oder aber eben Bären auf der Treppe erzählen und sich fürchten. Was also in den erwachsenen Ohren wie Ausreden, Einbildung und Hirngespinste klingt, bedeutet für Kinder oft das Gegenteil: Sie haben schlichtweg Angst. Mit ein klein bisschen Hilfe und Unterstützung ist es aber gar nicht so schwer, gegen die Monster oder hier die zotteligen Bären anzukommen. Das merkt auch Theo, als seine Eltern sich einen Ruck geben und ihn ins Bett bringen. So schaffen es die beiden Autorinnen auf liebevolle Weise, Kindern zu zeigen, dass sie mit ihren Ängsten und Albträumen nicht alleine sind und Eltern wird verständlich gemacht, dass sie als Beschützer und Unterstützer beim Zubettgehen gebraucht werden. Die farbenfrohen, detailverliebten Zeichnungen machen das Bilderbuch zu einem rundum gelungenen Bilderbuch - und besonders Theos Katze sorgt für den einen oder anderen Schmunzler!
Nadine Fitzke
rezensiert für den Borromäusverein.
Wenn da nicht die Bären wären
von Julia Jarman. Mit Bildern von Lynne Chapman
Ravensburger Buchverl. (2012)
[14] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4