Der blaue Fuchs
Wohin der rote Fuchs auch kommt, er fühlt sich nicht zu Hause: mal ist es ihm bei den Schlafmützen zu langweilig, mal stört ihn der laute Gesang der Vögel. Die Berge sind zu steil, die Insel ist zu eng. Eigentlich wäre der Wald der roten Füchse
ideal für ihn, aber das sehen diese ganz anders. In den letzten Jahren haben sich viele Kinderbücher des Themas angenommen, wie eine Gemeinschaft mit Fremden umgeht. Hier ist es schlichtweg die Fellfarbe des Fuchses, die ihn ausschließt. Dass es gerade der kleinste der roten Füchse ist, der sich als immun gegenüber Vorurteilen erweist und die Diskriminierung der Großen anprangert, ist eine sinnige Pointe. Die Doppelseiten zeigen verträumte Landschaften mit verspielter Ornamentik, friedliche Szenen, in die sich alle Figuren einschreiben. Die Bilder sind also schon für die Jüngsten lesbar, und gut verständlich ist auch der Erzähltext, der so manch witzige Formulierung bereithält. Der "gut gemeinten" Lösung des Problems kann natürlich zugestimmt werden, wenn ihre bildkünstlerische Behandlung so überzeugend ist wie in diesem Bilderbuch.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Der blaue Fuchs
Karolina Benz
Ravensburger Buchverl. (2018)
[12] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4