Die Niemalsbraut
Der Bauer vom Niedermoosbacher Hof hatte so sehr auf einen Hoferben gehofft, aber wieder bringt seine Frau ein Mädchen, Karoline, zur Welt. Die im Kindbett sterbende Bäuerin nimmt ihrem Mann das Versprechen ab, die sechs Töchter der Reihe nach zu
verheiraten. Doch die älteste Tochter, Johanna, wird von einem Mann schwer enttäuscht und schwört, überhaupt nie zu heiraten. Als Johanna mit Karoline auf einem Almgang sind, verunglückt die Älteste tödlich. Karoline wird beschuldigt, ihre Schwester in den Abgrund gestossen zu haben... - Die in Grassau und Umgebung angesiedelte Geschichte ist einfühlsam und prägnant erzählt. Da gibt es keine "Tümelei", keine Schönfärberei; das bäuerliche Leben wird geschildert so wie es war, hart, entbehrungsreich und oft ungerecht zu vielen Menschen. Ein Glossar erklärt die heute kaum noch bekannten Ausdrücke aus dem bäuerlichen Leben jener Zeit. Ein anrührendes und auch spannendes Buch, das viele Leser verdient. Breit einsetzbar, nicht nur im Bereich regionaler historischer Geschichten.
Erwin Wieser
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Niemalsbraut
Angeline Bauer
Rosenheimer (2012)
221 S.
fest geb.