Im dunklen Tal
Korbinian Hecht, ein studierter Musikus am Münchener Hof, lässt sich auf eine Liebschaft mit einer Dame von Stand ein und wird, als es ruchbar wird, als Schulmeister nach Niederwessen (dem heutigen Oberwössen) strafversetzt. Der verwöhnte Hecht
muss sich in der kargen bäuerlichen Umgebung mühselig zurechtfinden. Hilfe bekommt er von Amrei, einem hübschen, jungen Mädchen aus der Nachbarschaft. Seit vor etlichen Jahren deren ganze Familie bei einem Überfall von Panduren, österreichischen Freischärlern, getötet wurde, spricht Amrei nicht mehr. Aber Korbinian Hecht kommt mit ihrer Hilfe zurecht und stellt nach einiger Zeit fest, dass die rotharige Amrei sogar lesen kann. Als Amrei innerhalb kurzer Zeit lebensgefährlich bedroht und überfallen und auch auf Hecht ein Anschlag verübt wird, eskaliert das Geschehen im Dorf... - Die Autorin hat ihre erfundene Geschichte irgendwie zwischen Heimatroman und geschichtlicher bäuerlicher Lebensweise und Tradition im Chiemgau angesiedelt. Es ist ein spannendes Buch, das die Lebensumstände und Härten jener Zeit ohne viel Pathos und überflüssigem Sprachballast schildert. Das Glossar mit Erklärungen der bayerischen Ausdrücke und Bezeichnungen machen das Buch auch für nicht bayerische Leser interessant. Breit einsetzbar.
Erwin Wieser
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Im dunklen Tal
Angeline Bauer
Rosenheimer (2013)
240 S.
fest geb.