Chronik der Nähe
Annie ist im Krieg geboren. Ihr Elternhaus wurde zerbombt, der Vater starb plötzlich. Ihre Mutter musste sich immer wieder Neues einfallen lassen, um sie durchzubringen. Geduldig half Annie überall mit, doch sie ringt jedes Mal neu um Aufmerksamkeit
und Mutterliebe. Annies Tochter geht es ebenso. Sie ist ein ängstliches Kind, bemüht sich auch als Erwachsene noch um die Anerkennung der Mutter. - Das neue Buch von Annette Pehnt ist sehr eindringlich. Die Sprache ist atemlos, noch verstärkt durch fehlende Anführungszeichen und abgebrochene Sätze. Sprunghaft wechselt die Erzählung zwischen Annies Erlebnissen aus der Kindheit und den Gesprächsversuchen ihrer Tochter. Ein schweres Buch voller unausgesprochener Ängste und Gefühle, ein lebensnahes Schicksalsbuch, das sehr berührt. Unbedingt zu empfehlen.
Tina Schröder
rezensiert für den Borromäusverein.
Chronik der Nähe
Annette Pehnt
Piper (2012)
215 S.
fest geb.