Der Anfang der Welt
Am nördlichen Rand der Karpaten Rumäniens finden jüdische Flüchtlinge 1939 ein verlassenes und verfallenes Dorf vor. Sie renovieren die Häuser und hoffen auf ein Weiterleben, das dann auch für die nächsten Jahre gut funktionieren wird. Eines
Tages wird Lena von ihrem Onkel adoptiert, da seine Ehe kinderlos war. Sie muss ihre Familie verlassen und es wird zu einem harten Einschnitt in ihrem Leben. Da die neue Mutter es so will, muss sie als Elfjährige die Identität eines Säuglings annehmen, um innerhalb eines Jahres dann erwachsen zu werden. Sie soll mit dem 15-jährigen Igor verheiratet werden. Ein Jahr später wird Salomon geboren und Lena ist eine fürsorgliche Mutter, während Igor mit seiner Vaterrolle überfordert ist. Auf dem Rückzug befindliche Soldaten dringen in das Dorf ein und entführen Igor, der in einem Gefängnis in Sardinien landet. Lena nimmt den zweijährigen Salomon und das inzwischen geborene Baby mit und flüchtet. - Ein in einer leisen, berührenden, mitreißenden Sprache erzählte Lebenssequenz, in der ein Mädchen binnen kurzer Zeit erwachsen werden muss, um überleben zu können. Ein anspruchsvolles und spannendes Buch, dem man eine große Leserschaft wünscht. (Übers.: Barbara Schaden)
Elfriede Bergold
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der Anfang der Welt
Ramona Ausubel
Piper (2014)
405 S.
fest geb.