Das bleibt in der Familie
Egal, ob wir Einzelkinder sind oder sechs Geschwister haben, egal, ob wir aus einem wohlsituierten Elternhaus stammen oder eher aus ärmlicheren Verhältnissen: Unsere (Herkunfts-)Familie bestimmt unser (emotionales) Leben viel stärker, als wir es
oft wahrhaben wollen. Wir sind geprägt durch Verhaltensweisen und Erwartungen, eine ganz eigene Familiengeschichte mit Konflikten, Verletzungen, Spannungen und oft auch Geheimnissen. Wir sollten uns deshalb mit unserer Familie und ihrer Geschichte und Struktur auseinandersetzen. Denn je mehr wir über sie wissen und erfahren, desto eher können wir uns aus alten psychischen Fallstricken befreien. Wie das geht, erklärt die Autorin, Psychologin und Familientherapeutin, in ihrem wirklich guten Ratgeberbuch. Gespickt mit zahlreichen plastischen Fallbeispielen aus ihrer Praxis zeigt sie auf, wie belastend spezielle Geschwisterrollen sein können, wie dramatisch es sein kann, wenn Kinder Elternrollen übernehmen müssen. Sie beschreibt, wie die immer wieder eingeforderte Familienloyalität, die Spirale aus Dankbarkeit, Verpflichtung und Schuld belasten kann. Und wie es neben dem körperlichen auch ein emotionales Erbe gibt, das uns prägt. Und sie gibt zahlreiche Tipps, wie wir mit all diesen Lasten so umgehen lernen können, dass wir uns zumindest ein Stück weit daraus befreien und eigenbestimmt leben können. - Ein guter Ratgeber, informativ und auch für Laien gut lesbar geschrieben. Für Büchereien jeder Größe sehr zu empfehlen.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Das bleibt in der Familie
Sandra Konrad
Piper (2013)
299 S. : Ill.
fest geb.