Maestra
Judith Rasleigh kommt aus ärmlichen Verhältnissen, hat aber mit enormen Fleiß und Beharrungsvermögen eine Anstellung bei einem renommierten Londoner Auktionshaus bekommen. Eigentlich sollte sie nun am Ziel ihrer Wünsche sein, aber sie wird nicht
entsprechend ihren Fähigkeiten eingesetzt. Vielmehr muss sie als Mädchen für alles herhalten; sie wird ausgenutzt und ist zunehmend frustriert. Als sie einem Handel ihres Chefs mit einem gefälschten Bild auf die Spur kommt, wird sie prompt gefeuert. Ihre Nebeneinkünfte in einer Bar helfen ihr finanziell weiter und sie sinnt auf Rache. Sie tut alles um ihr Ziel zu erreichen. Sie prostituiert sich, sie mordet mehrfach und schafft es zuletzt tatsächlich, mit einem Haufen Geld und einer eigenen Galerie dazuzugehören. - In einfacher Sprache wird die Geschichte einer Frau erzählt, die buchstäblich über Leichen geht, um das zu erhalten, was sie sich erhofft. Sie erlebt immer wieder Sexabenteuer, die sie zumeist genießt. Wer ihren Zielen im Wege steht, wird beseitigt. Die Dekadenz der Kunstszene und des neureichen Geldadels werden thematisiert. Als Leser ist man unschlüssig, ob die Geschichte als Krimi bzw. als Thriller gedacht war. Denn trotz der Gewaltszenen ist die Spannung zumeist eher dürftig. Trotz eines gewissen Verkaufserfolgs: Für Büchereien sicher nicht nötig.(Übers.: Wibke Kuhn)
Erwin Wieser
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Maestra
L. S. Hilton
Piper (2016)
383 S.
kt.