Wie ich in den Fahrstuhl stieg und in der Antike landete
Der Archäologe Theodore Papakostas fingiert als Erzählerfigur ein Gespräch mit einem Unbekannten, während sie beide im Fahrstuhl festsitzen. An ausgewählten Beispielen zeigt der Archäologe seinem neugierigen Schicksalsgenossen auf, wie sich Griechenland
von der Steinzeit bis in die Zeit der römischen Herrschaft entwickelt hat. Dabei spielen oft unscheinbar wirkende archäologische Funde eine wichtige Rolle. Es geht dabei z.B. um ein Tontäfelchen mit einer Aufschrift aus Pylos. Darauf ist von einer Frau als Schlachtopfer für den Gott Poseidon die Rede. Für Kenner der griechischen Geschichte gibt es die eine oder andere Neuigkeit, so z.B. die Information, wie die drei berühmten Dramatiker Aischylos, Sophokles und Euripides zu Tode gekommen sind. Viel Aufmerksamkeit schenkt er Alexander dem Großen und dem Museum von Alexandria, der größten damaligen Bibliothek. Gerne zeigt Papakostas, wie man sich mit archäologischen oder schriftlichen Detailkenntnissen antike Menschen ganz lebendig vorstellen kann. So entsteht in 12 Kapiteln in eher lockerer Sprache eine vergnügliche Reise zu den alten Griechen, wie es der Untertitel verspricht. In einem Epilog werden die historischen Daten noch einmal für den Gesprächspartner zusammengefasst. Das Gespräch mit ihm soll die historischen Exkurse beleben, was meist gelingt; freilich wirkt die eine oder andere Gesprächspassage dabei etwas konstruiert. Das Handeln historischer Personen erscheint bei Papakostas heutigen Menschen als plausibles Tun. Insgesamt ist dieses Buch eine geschichtliche Darstellung, die an einzelnen Funden, Vorgängen und Geschehnissen jeweils eine ganze Epoche lebendig werden lässt und dabei die Arbeit der Archäologen verständlich macht.
Bernhard Grabmeyer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Wie ich in den Fahrstuhl stieg und in der Antike landete
Theodore Papakostas ; aus dem Griechischen von Norbert Hauser
Piper (2023)
270 Seiten : Illustrationen
fest geb.