So rettet Ihr das Klima nicht!
Morten Freidel, stellvertretender Chefredakteur der NZZ Deutschland, spricht klar aus, was die derzeitige Energiepolitik aus ideologischer und technologieskeptischer Sichtweise nicht genug berücksichtigt und eher mit Aktionismus und Alarmismus hervortritt.
Es geht ihm darum, dass und wie unser Wohlstand erhalten werden kann, mit Hilfe von ausreichender, bezahlbarer und sicherer Versorgung mit Energie. Um Klimaneutralität zu erreichen, nennt Freidel Studien, Berechnungen und Pläne der Bundesregierung, die aus seiner Sicht völlig unrealistisch sind. Pro Tag müssten in Deutschland 10 Jahre lang vier Windräder täglich gebaut werden. Solardächer in der Größe von 40 Fußballfeldern erfordern neun Jahre lang Tag für Tag eine entsprechende Produktion. 34 Gaskraftwerke müssten in 6 Jahren in Betrieb genommen werden. Aus all dem folgt für Freidel, auf pragmatische Brückentechnologien zu setzen, und zwar auf Atomkraftwerken (wieder in Betrieb nehmen statt abschalten) und Fracking. Falls die Politik dagegen mit strengen Gesetzen überzieht und durch Zwang auf Wachstum verzichtet, besteht zusätzlich eine Gefahr für die Demokratie, vor allem wenn dann immer mehr solche Parteien wählen, die gar keinen Klimaschutz mehr wollen. Deutsche Alleingänge nützen vergleichsweise wenig. Besser wäre es, wenn große Länder wie China, Indien und USA sich in einem Klimaclub absprechen und sich beispielsweise auf einen Emissionshandel einigten. – Ein Buch, das ideologische Lösungen ablehnt und stattdessen pragmatische Vorschläge macht.
Berthold Schäffner
rezensiert für den Borromäusverein.
So rettet Ihr das Klima nicht!
Morten Freidel
Piper (2024)
207 Seiten
fest geb.