Kästner, Kraftwerk, Cock Sparrer
Der erste Text ist eine Auseinandersetzung mit Gebrauchslyrik. Campino beschreibt seinen Weg in die Musikszene. Er schildert die Anfänge der Toten Hosen Ende der Siebziger Jahre im Ratinger Hof, einem Punk-Club in Düsseldorf und geht auf seine literarischen
Vorbilder ein. Erich Kästner hat ihn nachhaltig geprägt. Musikalisch orientierte er sich damals u. a. an Billy Bragg und Cock Sparrer. Campino zeigt auch die Entwicklungen auf, die er mit seiner Band gemacht hat. Von jugendlichem Aufbegehren hin zu politischen Texten und differenzierten Betrachtungen. Im zweiten Teil widmet er sich Fragen der künstlichen Intelligenz. Wie wird sie die Gesellschaft der Zukunft prägen? Was bedeutet es für die Kunst im Allgemeinen, wenn Musik und Texte künstlich erzeugt werden können – in verschiedenen Stilrichtungen und in hoher Qualität? Campinos Fazit geht dahin, dass eine KI zwar gründlich recherchieren und kombinieren kann, dass ihr aber der 'Wahnsinn' fehlt, den nur der Mensch in der Lage ist beizusteuern. – Ein locker geschriebenes Buch, in dem der Sänger aus einer sehr persönlichen Perspektive von seinem Leben erzählt und den Herausforderungen im digitalen Raum nachspürt, mit denen sich die Menschen weltweit konfrontiert sehen. Ab mittleren Beständen empfohlen.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Kästner, Kraftwerk, Cock Sparrer
Campino
Piper (2024)
155 Seiten
fest geb.