Die dunklen Mauern von Willard State
Als Izzy 17 ist, bitten sie ihre Pflegeeltern, zusammen mit ihnen für eine Museumsausstellung in der verlassenen Psychiatrie "Willard" nach Hinterlassenschaften und Akten von Patienten zu suchen. Nur zögerlich willigt Izzy ein, denn seit Jahren hat
sie ihre Mutter nicht mehr besucht, die Izzys Vater erschossen hatte, als Izzy sieben war und deshalb in einer psychiatrischen Klinik lebt. Doch Izzy beginnt sich ihrem Trauma zu stellen, als sie Claras Tagebuch findet, die als junge Frau Patientin in Willard war, weil sie gegen den Willen ihrer Eltern einen Mann heiraten wollte, von dem sie schwanger war. Der gesunden Clara wurde nicht nur ihr Baby genommen, sie wurde auch mit Elektroschocks, Morphinen und Insulintherapien ruhig gestellt ... Wiseman hält die Spannungsbögen der beiden abwechselnd erzählten Handlungsstränge konsequent bei. Die Lektüre dieses zwischen Dialogen, inneren Monologen und Rückblenden wechselnden auch sprachlich gut lesbaren Romans lohnt sich auch wegen seiner Realitätsnähe, die u. a. durch ein anschließendes Interview mit der Autorin bezeugt wird. (Übers.: Sina Hoffmann)
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Die dunklen Mauern von Willard State
Ellen Marie Wiseman
Piper (2015)
Piper ; 30758
455 S.
kt.