Aufregende Zeiten
In Hongkong trifft die junge Irin Ava, die Englisch als Fremdsprache unterrichtet und mit ihrem Gehalt gerade so über die Runden kommt, auf den Oxford-Absolventen Julian, Banker in leitender Funktion. Ava, die sich nach dem Universitätsabschluss
plan- und ziellos treiben lässt, ist beeindruckt von Julians erfolgreicher Karriere, von seinem sozialen Status und seiner Weltläufigkeit. Obwohl Ava bald in sein Luxusappartement einzieht, bleibt die Beziehung unverbindlich. Als Feministin und selbst ernannte Linke möchte sie nicht finanziell abhängig sein, genießt aber dennoch die Annehmlichkeiten, die Julian ihr bieten kann. Sie lernt weitere Expats kennen und hält mit ihrer scharfen Beobachtungsgabe, ihrem analytischen Intellekt und einem ironischen, oft zynischen Ton deren Ansichten und Lebensweise fest. Nachdem sie Edith, eine ehrgeizige chinesische Juristin, kennenlernt und sich in sie verliebt, startet das Experiment einer Dreiecksbeziehung. Dann verkündet Julian, dass er nach Frankfurt versetzt wird und schlägt Ava vor, ihn zu begleiten. Für wen wird sie sich entscheiden? Sprachlich brillant, mit geistreichen Dialogen, trifft die Autorin den Nerv der Zeit und spricht insbesondere eine junge urbane Leserschaft an.
Gertrud Plennert
rezensiert für den Borromäusverein.
Aufregende Zeiten
Naoise Dolan ; aus dem Englischen von Anne-Kristin Mittag
Rowohlt (2021)
317 Seiten
fest geb.