Der Gesang in den Meeren
Als junge Journalistin in London hatte Doreen Cunningham ein Reisestipendium der BBC erhalten, um über die Erderwärmung in Alaska zu recherchieren. Dort hatte sie mit einer Inuit-Familie gelebt und Grauwale beobachtet. Jahre später, nach der in
London gescheiterten Beziehung zum Vater ihres zweijährigen Sohnes Max, denkt sie wehmütig an die damaligen Erlebnisse und ihre Liebe zu einem der Inuit, Billy, zurück. Sie verlässt das Frauenhaus, in dem sie inzwischen mit Max auf der Insel Jersey lebt, nimmt einen Kredit auf, um mit Max zusammen der Wanderung der Wale von Mexiko, an der US-Westküste entlang bis nach Alaska zu folgen, wo ihr die Tiere und Menschen einst Geborgenheit und Zuversicht gegeben hatten. - Ein sehr persönliches Buch der Autorin, in dem ihre enge Verbundenheit zur Lebensweise der Grauwale und der Menschen in der Arktis zum Ausdruck kommen. Gleichzeitig lässt sich dieser Bericht als ein von Fachwissen geprägter Appell der Klimaingenieurin lesen, der an uns alle gerichtet ist, denn nicht nur das Leben der Wale, auch unseres weitab von Grönland ist durch die Erderwärmung gefährdet. Ein teils im narrativen, teils im wissenschaftlich-sachlichen Modus geschriebenes Buch.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Gesang in den Meeren
Doreen Cunningham ; aus dem Englischen von Karen Witthuhn
Rowohlt Hundert Augen (2022)
365 Seiten : Illustrationen, Karten
fest geb.