Aufrecht geh'n

Mary Roos persönlich lässt ihre Fans hinter die Kulissen ihres "liederlichen" Lebens - 600 Lieder - schauen, das oft mit viel Glanz, Freude und Erfolg daherkommt. Nachdenkliche und sehr ernsthafte Phasen bis hin zu persönlichen Gedanken über ihr Aufrecht geh'n eigenes Lebensende werden aber ebenso angesprochen. Sie fängt 1949 ganz unten an, gestaltet den schwierigen Aufbau ihres elterlichen Hotels in Bingen mit, will mit 4 Jahren "Theaterin" werden, darf bald beim Tanztee vorsingen ("Pack die Badehose ein") und bei ersten Auftritten mit 7 Jahren in der Stadthalle gibt es als Gage eine Tafel Schokolade. Es geht alles wie am Schnürchen: mit 9 Jahren Tournee mit dem Orchester Max Greger, erste "Gehversuche auf Schallplatte" und dann der Durchbruch mit "Arizona Man". Im Fernsehen sieht man sie beim "Blauen Bock", in der ZDF-Hitparade oder in der Rudi-Carrell-Show. Alle diese Stationen erzählt sie voller Begeisterung. Andererseits kommen auch die weniger schönen Dinge zur Sprache: Schwangerschaftsvergiftung, Ehe geht "in die Hose", der Tod der Mutter, angedichtete Affären mit Schweigegeldforderungen. Als sie am gleichen Abend beim Grand Prix auftritt, ist sie so verzweifelt und singt "Aufrecht geh'n" und wirkt dabei, wie sie selbst ausführlich erzählt, wie gelähmt. Mehr als Platz 13 ist da nicht drin. - Mary Roos schreibt sehr authentisch, plaudert "aus dem Nähkästchen". Ihre Liedtexte und wunderschönen Fotos sind es sehr wert, angesehen zu werden. Die Autobiografie endet mit dem Schlusskapitel "Danke ans Leben".

Berthold Schäffner

Berthold Schäffner

rezensiert für den Borromäusverein.

Aufrecht geh'n

Aufrecht geh'n

Mary Roos ; aufgezeichnet von Pe Werner
Rowohlt (2022)

265, [32] Seiten : Illustrationen (überwiegend farbig)
fest geb.

MedienNr.: 751064
ISBN 978-3-498-00275-6
9783498002756
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Mu
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