Ein Hund an meiner Tafel
Sophie und Grégoire, genannt Grieg, kennen sich schon seit Kindertagen. Ein abgelegenes Haus in den Vogesen ist ihr ganz privater Rückzugsort. Für Grieg ist Lesen alles, er lebt in seinen Büchern und überlebt dank der Literatur. Sophie, die freiheitsliebende
Schriftstellerin, findet ihre Welt in der Natur, die sie umgibt, und die sie in langen Streifzügen erkundet. Als ihr eine Hündin zuläuft, kümmert sie sich mit Hingabe um das verletzte Tier. Der junge Hund bringt Freude, Verspieltheit, Unordnung und Verrücktheit, aber auch Bewegung in den Alltag des Paares. Sie teilen ihre Gedanken über das Altern, die Vergänglichkeit, über die Liebe, Religion und Philosophie, über das Schreiben und die Unordnung in der Welt. Der Titel ist symptomatisch und als Manifest zu verstehen: Die Tür für Tiere, die an die Tafel der Menschen geladen sind, steht jederzeit offen. Ein tiefgründiger, nicht leicht zu lesender Roman.
Gertrud Plennert
rezensiert für den Borromäusverein.
Ein Hund an meiner Tafel
Claudie Hunzinger ; aus dem Französischen von Timea Tankó
Rowohlt (2024)
285 Seiten
fest geb.