Das Regenmobil
Paul, (Lebens-) Künstler, Lyriker, gleitet durchs Leben und schenkt sich selbst zum Geburtstag eine billige Gitarre. Nicholson Baker erzählt im Plauderton, spricht dabei mit dem Leser; so erfährt dieser, dass Paul sein Fagott verkauft hat (er bedauert
es), versucht, ein Gedicht über seine Bewässerungsanlage, das Regenmobil, zu schreiben (und wird doch nicht fertig), reflektiert seine Beziehung zu Rosslyn (sie leben getrennt, treffen sich häufig) und will den perfekten Song komponieren (was auch mit dem besten Equipment nicht gelingt), dabei hilft auch das Rauchen starker Zigarren nichts. Der Roman plätschert vordergründig so daher, doch entwickelt er sich zu einer fast philosophischen Betrachtung über Gott und die Welt, über Debussy und dessen Musik, über die amerikanische Protestbewegung gegen den Drohnenkrieg usw. - Unterhaltsame, entspannende, fast meditative Lektüre - sehr empfohlen. (Übers.: Eike Schönfeld)
Wilfried Funke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Das Regenmobil
Nicholson Baker
Rowohlt (2016)
297 S.
fest geb.