Der grausame Komet
Der über Wochen hinweg zu beobachtende Winterkomet des Jahres 1618 mit dem langen Schweif ist für die Menschen ein göttliches Zeichen und ein Menetekel schrecklicher Ereignisse. Mit vielen Auszügen aus Chroniken und Autobiographien z.B. aus dem
"Zeytregister" des Schumachers Hans Heberle, des Kannengießers Augustin Güntzer oder des Jesuiten Athanasius Kircher entwirft der Autor ein intensives Zeitbild, das die Geschehnisse der Dreißigjährigen Krieges mit der ominösen Bedeutung des Schweifsterns als Bestrafung des Menschen für seine Sünden in Verbindung setzt. Es sind markante Einblicke in das Leben und Denken der Menschen dieser Zeit und in die damit verbundenen konfessionellen Wirren und kriegerischen Ereignisse. Unter geänderten Vorzeichen bleibt die Erinnerung an diesen Kometen bis in die Zeit des 1. Weltkriegs lebendig. - Das Buch mit seinen zahlreichen Quellen-und Literaturangaben und den vielen frühneuhochdeutschen Zitaten ist hilfreich, um die Sichtweise der damaligen Zeit besser zu verstehen, es ist geschichtlich interessierten Lesern, vor allem in größeren Büchereien, zu empfehlen.
Helmut Eggl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der grausame Komet
Andreas Bähr
Rowohlt (2017)
302 S. : Ill., Kt.
fest geb.