Ländliches Requiem

Corso Bramard ist Commissario bei der Turiner Mordkommission. Er verlor bei einem früheren Fall auf schreckliche Weise Frau und Tochter. Das hat den an sich schon etwas eigenartigen Polizisten zum Alkoholiker und Sonderling werden lassen. Seine seltsamen Ländliches Requiem Methoden sind nur deshalb akzeptiert, weil er beinahe alle bisherigen Fälle lösen konnte. Jetzt wurde auf den Chef eines großen Stahlkonzerns ein Mordanschlag verübt. Bramard glaubt nicht an den von allen vermuteten terroristischen Hintergrund. Er und das mit seinen Marotten vertraute Team suchen nach anderen Spuren. Sie stellen eigenartige Verbindungen her zwischen dem Verschwinden eines kleinen Jungen, den seltsamen pädophilen Neigungen einiger angesehener Herren und den Absprachen zwischen vorgesetzten Ermittlungsbehörden und wirtschaftspolitischen Interessengruppen. Immer wieder taucht dabei der Name des Attentatsopfers auf, Eric Delarue. Bramard bewegt sich bei seinen Nachforschungen sehr oft am Rand der Legalität, meist sogar darüber hinaus. Als man ihn deshalb vom Dienst suspendiert, ermittelt er einfach privat weiter. In penibler Kleinarbeit deckt er ein Geflecht krimineller Machenschaften und damit verbundener Morde auf. Nur weil es Bramard gelingt, bei aller Komplexität, den Überblick zu behalten, stellt er Zusammenhänge her, die zu einer überraschenden Lösung beider Fälle führen. – Ein äußerst spannender Krimi, der vom speziellen Charakter seines Protagonisten und dem Lokalkolorit Turins und des Piemont lebt. Sehr zu empfehlen!

Josef Schnurrer

Josef Schnurrer

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Ländliches Requiem

Ländliches Requiem

Davide Longo ; aus dem Italienischen von Barbara Kleiner und [einem weiteren]
Rowohlt (2025)

525 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 754729
ISBN 978-3-498-00733-1
9783498007331
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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