Alles ist Gold

Jana ist Ende Zwanzig und steckt in einer Lebenskrise: frisch getrennt ist sie gerade wieder in ihr altes Kinderzimmer bei den Eltern eingezogen, ihre Promotion geht auch nicht voran. Und dann ist sie auch noch schwanger nach einem One-Night-Stand. Alles ist Gold Sie ist unschlüssig, wie sie damit umgehen soll. In einem Imbiss trifft sie auf die etwas ältere Miral, die mit ihrem selbstbewussten Auftreten das genaue Gegenteil der etwas verhuschten Jana zu sein scheint. Ihr kurzes Gespräch führt zu einem spontanen Roadtrip der beiden nach Italien. Miral geht mit Jana ihre To-do-Liste durch, die sie als 19-Jährige aufgestellt hat, und Miral stellt immer die richtigen Fragen. – In Portolena angekommen, macht Jana allein einen Spaziergang. In einer Kirche trinkt sie Weihwasser und hat eine Art Marienerscheinung. Ihre Sicht auf die Dinge wird sanfter und klarer. Damit leitet der Roman augenzwinkernd eine Kehrtwende ein. Jana erfährt, dass auch Miral ihre Probleme hat: Sie ist Mutter einer dreijährigen Tochter und gerade dabei, sich scheiden zu lassen. Nun ist es Jana, die die Dinge in die Hand nimmt. Und bevor die beiden Frauen nach Hause zurückfahren, kauft Jana noch die restlichen fünf Flaschen Weihwasser in der Kirche ... – Der Roman der im Ruhrgebiet aufgewachsenen Autorin Lisa Roy (Jg. 1990) ist in einem lakonischen Tonfall erzählt. Er lädt zum Schmunzeln ein und regt gleichzeitig zum Nachdenken an.

Karin Blank

Karin Blank

rezensiert für den Borromäusverein.

Alles ist Gold

Alles ist Gold

Lisa Roy
Rowohlt Hundert Augen (2026)

267 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 625658
ISBN 978-3-498-00758-4
9783498007584
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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