Aufstieg und Fall der Menschheit
Alle Arten sterben früher oder später aus, das sollte nach den Gesetzen der Paläontologie also auch für die Menschheit gelten. Unsere Spezies nähert sich einem Scheitelpunkt, von dem an die Erdbevölkerung kontinuierlich schrumpfen und dann wahrscheinlich
innerhalb der nächsten 10.000 Jahre untergehen wird. Von dieser Hypothese jedenfalls geht der britische Evolutionsbiologe Henry Gee aus. Im ersten Teil ("Aufstieg") seines neuen Buches zeichnet er die Entwicklung zum modernen Menschen detailliert nach, um dann im zweiten Teil ("Fall") die Schattenseiten dieser Erfolgsgeschichte (genetische Verarmung, einseitige Ernährung, Krankheitsanfälligkeit, schwindende Ressourcen, demographischer Wandel etc.) zu beleuchten. Den einzigen "Ausweg" (Teil 3) aus dem unvermeidlichen Abstieg der Menschheit sieht der Autor in der Erweiterung der ökologischen Nische von Homo sapiens durch die technologische Entwicklung. Das ist während der Menschheitsgeschichte bereits mehrfach gelungen und könnte gerade noch rechtzeitig vor dem Untergang eine Besiedlung des Weltraumes möglich machen. So bietet dieses gut geschriebene Sachbuch eine gelungene Synthese von seriöser Wissenschaft und gewagter Zukunftsvision. Die aufschlussreiche Analyse grundlegender Probleme der Menschheit eignet sich für alle Bestände.
Aufstieg und Fall der Menschheit
Henry Gee ; aus dem Englischen von Monika Niehaus und [einer weiteren]
Rowohlt (2025)
285 Seiten
fest geb.