Generation Angst
In den Jahren zwischen 2010 und 2015 hat sich das Lebensgefühl der Heranwachsenden, vor allem der Mädchen, mit der Zunahme von Angst, Depression, Selbstverletzung und Suizid dramatisch verändert. Die Ursachen dafür, durch zahlreiche Untersuchungen
und Studien belegt, sieht der Sozialpsychologe in der Ausbreitung der Smartphones, Social Media-Plattformen und der Selfie-Kultur, die eine spielbasierte Kindheit durch eine smartphonebasierte Kindheit abgelöst haben. Mit vielen Beispielen beschreibt er, was Kinder für eine gesunde Entwicklung bräuchten, was aber durch die neuen Medien, welche soziale Deprivation, Schlafmangel, Fragmentierung der Aufmerksamkeit und Abhängigkeit verursachen, verhindert wird. Eindringlich zeichnet er die negativen Folgen und deren Auswirkungen für Mädchen und Jungen. Um dies wenigstens teilweise rückgängig zu machen, zeigt er, was Regierungen, Tech-Unternehmen, Schulen und Eltern tun könnten, um die Kinder und Jugendlichen aus der virtuellen Welt zurückzuholen. Das faktenreiche, sehr lesenswerte Buch hat zwar die amerikanische Situation zur Grundlage, die entscheidenden Ursachen und Überlegungen sollten auch für deutsche Leser von großem Interesse sein.
Helmut Eggl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Generation Angst
Jonathan Haidt ; aus dem Englischen von Monika Niehaus und [einem weiteren]
Rowohlt (2024)
445 Seiten : Illustrationen, Diagramme und Tabellen
fest geb.