Infrarot
Sommer 2005: Als die Journalistin Rena Greenblatt ihrem Vater zum 70. Geburtstag eine kunstgeschichtliche Reise durch die Toskana mit ihr und ihrer Stiefmutter schenkt, weiß sie noch nicht, dass diese Reise ihr Leben verändern wird. Während ihr
Vater, ein ehemaliger Kunsthistoriker, im Genuss der berühmtesten Gemälde der Renaissance schwelgt, kommuniziert Rena per SMS mit ihrem arabischen Liebhaber Aziz in Paris. Im Laufe der Reise kommt es immer wieder zu Streitigkeiten innerhalb des Trios. Dann ruft Aziz an und bittet Rena, nach Paris zurückzukehren, da dort in den Vororten schlimme Unruhen ausgebrochen sind. Doch auch als ihre Zeitung Rena zurückbeordert, bleibt sie in Italien und bei ihrem Vater, bei dem nach einem kleinen Unfall eine unheilbare Krankheit diagnostiziert wird. Rena verliert Partner und Arbeitsstelle, in absehbarer Zeit auch ihren Vater. Aber sie findet Zugang zu ihrer Stiefmutter und letztendlich auch zu sich selbst und ihren ureigenen Wünsche und Vorstellungen vom Leben. - Nancy Huston ist eine der renommiertesten kanadischen Autorinnen. Eine atmosphärisch dichte Story, gut modellierte Charaktere, ein fesselnder Stil, mal sinnlich und leicht, mal klug und tief greifend, machen die Lektüre des Romans zum Vergnügen. Für alle Bestände. (Übers.: Claudia Steinitz)
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Infrarot
Nancy Huston
Rowohlt (2012)
326 S.
fest geb.
Auszeichnung: Roman des Monats