Furcht

Aus Interviews, Protokollnotizen, Akten und Dokumenten komponiert der investigative Journalist und Mitaufdecker der Watergate-Affäre eine fast romanhafte Beschreibung der Zustände in der Machtzentrale der westlichen Welt. Der Zeitraum seiner Recherchen Furcht umfasst die Spanne vom August 2016, als Steve Bannon die Wahlkampfleitung übernahm, bis zum März 2018, einem ungewöhnlichen Zeitpunkt, an dem das Buch, wohl aus Veröffentlichungsgründen abrupt endet. Ohne die Namen der Informanten preiszugeben - wie weit die vielen wörtlichen Reden so stattgefunden haben, lässt sich darum nicht beurteilen - skizziert er die aufbrausende Art des amerikanischen Präsidenten, seine Unberechenbarkeit, seine Beratungsresistenz gegenüber politischen und wirtschaftlichen Fragen, seine Rechthaberei und sein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit. Dazu stellt er - auch in den beigegebenen Fotos - Minister, Mitarbeiter der Regierung und Berater sowie deren Ansichten und Handlungen zusammen mit den gegenseitigen Reibereien und Auseinandersetzungen vor, und offenbart das Bemühen von einigen, das Schlimmste im Trumpschen Agieren zu verhindern. Obwohl vieles davon schon durch die Medien bekannt ist, bietet dieses lesenswerte, aufschlussreiche und spannend geschriebene Buch erschreckende Einblicke in das Geschehen im Weißen Haus, verbunden mit dem Gefühl, nicht viel Positives in den nächsten Jahren erwarten zu können.

Helmut Eggl

Helmut Eggl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Furcht

Furcht

Bob Woodward
Rowohlt (2018)

525, [16] S. : Ill. (farb.)
fest geb.

MedienNr.: 904536
ISBN 978-3-498-07408-1
9783498074081
ca. 22,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
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