Wir dürfen alte Menschen nicht allein lassen!

Ein junger Altenpfleger beschreibt, was ihn gereizt hat, diesen Beruf zu wählen. Er erzählt von Schockmomenten, auf die er nicht vorbereitet war, spricht von seiner Liebe zu den alten Menschen und schwierigen Rahmenbedingungen. Über all das gibt Wir dürfen alte Menschen nicht allein lassen! er sehr persönlich und direkt Auskunft. Unverblümt benennt er Missstände und geht damit an die Öffentlichkeit. Er gibt Einblicke in Bereiche, die Hoffnung machen: Altenpflege kann anders aussehen, wenn "Menschlichkeit vor Bürokratie" gestellt wird oder "Prävention oberste Priorität" hat. Der Autor kritisiert unter anderem, dass in Deutschland ambulante Versorgung erst bei entsprechender Einschränkung greift, statt präventiv zu agieren. Wie der Pflegenotstand beendet werden kann? Er hat keine abschließende Antwort und schon gar kein Patentrezept. Aber er nimmt die Menschen, die hinter den "Pflegefällen" stehen, konsequent in den Blick und benennt den Druck, sie im Minutentakt zu versorgen. Altenpflege könnte anders aussehen, wenn Prävention, Menschlichkeit und Wertschätzung im Mittelpunkt stünden und es gelänge, "den Regelungswahn zu überwinden". Lesenswert, auch für (angehende) Altenpfleger/-innen und Politiker/-innen.

Christiane Raeder

Christiane Raeder

rezensiert für den Borromäusverein.

Wir dürfen alte Menschen nicht allein lassen!

Wir dürfen alte Menschen nicht allein lassen!

Sandro Pé mit Doris Mendlewitsch
Rowohlt Taschenbuch Verlag (2020)

rororo ; 00056
187 Seiten : Illustrationen
kt.

MedienNr.: 600935
ISBN 978-3-499-00056-0
9783499000560
ca. 12,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Na
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