Alle meine Freunde
Immer zwei Doppelseiten sind einem oder zwei Kindern der Klasse gewidmet. Sie werden in kurzen Texten vorgestellt und auf den Doppelseiten sehr unterschiedlich illustriert. So lernen wir die Kinder der vierten Klassen mit all ihren Geschichten und
Familienkonstellationen kennen. So zu Beispiel hat Maja zwei Mütter, Kinder leben in einer „Patchworkfamilie“ oder bei ihrer Oma, weil die Eltern im Ausland arbeiten, oder sind Waisen. Erst nach und nach wird klar, dass es sich um eine Schule in Kiew handelt. Sowohl die Besetzung der Krim als auch der aktuelle Krieg in der Ukraine spielen dabei eine Rolle. Die Kinder kommen aus unterschiedlichen Regionen des Landes in die Hauptstadt und gehören unterschiedlichen Ethnien an. In den Vorstellungen, die alle aus Majas Sicht geschrieben sind, wird deutlich, dass es wichtig ist, die persönlichen Unterschiede der Kinder zwar zu benennen, sie aber unvoreingenommen nebeneinander stehen zu lassen und nicht zu bewerten. Diese Sicht zu vermitteln schafft die Klassenlehrerin, die die Kinder immer wieder darauf aufmerksam macht, wie wichtig Toleranz und Offenheit allen und allem gegenüber sind. - Für alle Bestände empfohlen, auch als Vorlesebuch geeignet.
Angela Hagen
rezensiert für den Borromäusverein.
Alle meine Freunde
Larysa Denysennko ; aus dem Englischen von Mila Piredda ; illustriert von Masha Foya
Rowohlt (2022)
[80] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 8