Ein Leben für Barbie
Als Ruth Handler 1956 in der Schweiz eine aus Deutschland stammende Puppe, die „Bild-Lilli“, entdeckt, will sie zusammen mit ihrem Mann Elliot in ihrer Spielzeugfabrik Mattel selbst eine solche Puppe herstellen, um kleine Mädchen auf ihre Möglichkeiten
im Leben, eben nicht nur Hausfrau und Mutter zu werden, aufmerksam zu machen. Mit ihrem Entwicklungsingenieur Jack Ryan, aber auch mit der Designerin und deren – fiktiver – besten Absolventin Stevie gelingt es Ruth, die erste Barbie-Puppe 1959 herzustellen, die zwar auf der Toy Fair in New York ein Flop wird, doch mit der teuren TV-Werbung einen Boom erlebt. Mattel expandiert gewaltig, sodass sie mit der Firma 1960 an die Börse gehen – eine Entscheidung, die dazu führt, dass Ruths Mitspracherechte an Mattel zunehmend schwinden ... Rosen gelingt ein spannender Roman, in dem sie das manisch-depressive Leben des Schürzenjägers Ryan ebenso realistisch beschreibt wie das der fiktiven Designerin Stevie. Einfühlsam und in chronologischer Reihenfolge erzählt Rosen vom gut recherchierten Aufstieg und Untergang Ruth Handlers, die sich beruflich gegen alle Anfeindungen mit ihrer Puppe durchsetzt, aber dabei ihre Familie zu vernachlässigen droht.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Ein Leben für Barbie
Renée Rosen ; aus dem Englischen von Angela Koonen
Rowohlt Polaris (2025)
443 Seiten
kt.