Das Rad der Welt
Schon als Kind hat sich Agnes, die Tochter von Herzog Otto dem Strengen in die Welt außerhalb des Stammsitzes ihrer Familie, der Lüneburg, geträumt, die sie fast nie verlassen darf. Erst, als sie sich Stoffe für ihr Brautkleid aussuchen soll, kann
sie die Salinen des Vaters von Nahem besichtigen. Dort begegnet sie dem Buckelkrämer Liudger und verliebt sich in ihn. Mit Hilfe ihrer Amme werden die beiden ein Paar und Agnes findet in Liudger einen Verbündeten für ihre bereits begonnenen Weltkarte, der „carta mundi“, die sie durch Liudgers Kenntnisse der Welt erweitern kann. Doch nach ihrer Verlobung mit einem Adligen fliegt Agnes' Liebschaft auf. Er kann fliehen, Agnes kommt ins weitab gelegene Kloster Ebsdorf. Auch dort kommt es zu heimlichen Treffen mit Liudger und sie kann ihre Weltkarte fertigstellen – allerdings ohne Liudger. Mit dieser fiktiven realistisch anmutenden Story stellt Lambertus die Atmosphäre der Zeit mit ihren patriarchischen weltlichen und klerikalen Machthabern dar. Lateinische Zitate, mittelalterliche Ausdrücke und die historische Geschichte der Ebsdorfer „carta mundi“ werden im Anhang ausführlich erklärt.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Rad der Welt
Hendrik Lambertus
Rowohlt Taschenbuch Verlag (2026)
620 Seiten : Karten
kt.