Anton will bleiben
Als der verwitwete Rentner Anton die Diagnose "Krebs" erhält, lehnt er jede Therapie ab. Anfangs versucht er, die Krankheit zu verdrängen, und hält an seinem strukturierten Tagesablauf fest. Nach und nach probiert er Neues aus: Er beginnt zu schreiben,
zu fotografieren und zu malen. Auch die Reise in das Seebad Labnitz ist der Versuch, etwas Neues zu erleben. Er lernt einen jungen Einzelgänger kennen, mit dem er sich zu tiefgründigen Gesprächen trifft. Meist geht es darin um die Frage, ob das Leben lebenswert sei. In Labnitz folgen Antons Tage keiner Routine mehr: Spontan sich dem Impuls hingebend, blüht er auf und ist so kreativ wie nie zuvor. Er malt viel und baut abstrakte Skulpturen aus Schwemmholz und Treibgut. Doch bald kann die fortschreitende Krankheit nicht mehr ignoriert werden. Anton braucht Hilfe. – Nelio Biedermann gelingt es, trotz des melancholischen Grundtons eine humorvolle Leichtigkeit in den Roman zu bringen. Das vielversprechende Debüt (bereits 2023 im Schweizer Aris-Verlag erschienen) des jungen Autors, dessen zweiter Roman "Lázár" (BP/mp 26/129) Erfolge feiert, wird für alle Bestände sehr gern empfohlen.
Gertrud Plennert
rezensiert für den Borromäusverein.
Anton will bleiben
Nelio Biedermann
Rowohlt Taschenbuch Verlag (2026)
220 Seiten
kt.