Lyra ist ganz heimlich
Ralla ist Lyras beste Freundin und sie treffen sich häufig zu Hause. Als Ralla bei Lyra ihren Lieblingsteddy Nalla vergisst, erzählt Lyra niemandem davon; zunächst bietet sie dem Teddy nur eine Übernachtung an, dann macht sie sich vor, Ralla habe
bestimmt eine interessantere Beschäftigung und schließlich ist es zu spät: Lyra hat den Zeitpunkt verpasst, die Angelegenheit ehrlich zu regeln. Die Folge: sie weicht Ralla aus, sie lügt, ignoriert Rallas Trauer und fühlt sich ganz, ganz schlecht. Zum Glück ist Ralla nicht misstrauisch: als sie das Kuscheltier schließlich bei Lyra entdeckt, dankt sie der Freundin sogar, weil sie glaubt, diese habe Nalla für sie gefunden. Lyra kann sich über diesen gesichtswahrenden Verlauf zunächst nicht freuen, doch als Ralla den Bären erneut vergisst, reagiert sie sofort und informiert Ralla; sie hat erkannt, dass man sich mit Unehrlichkeit nicht gut fühlt. - Das mit einfachen, klaren, zeichnerischen Bildern im Stile Willi Wibergs ausgestattete Bilderbuch thematisiert ein Problem, das viele Kinder haben: der Besitz des Anderen erscheint unendlich attraktiv, "nur mal kurz ausleihen" - doch schnell sind sie in der Lügenfalle. Das Buch hilft, das Thema kindgerecht zu bearbeiten; sehr positiv dabei ist, dass sich kein regelnder oder strafender Erwachsener einmischt, sondern dass das Kind (Lyra) selbst die zweite Chance nutzt und ihr Verhalten ändert; das bietet viele Gesprächsmöglichkeiten. Für Kinder ab 4 Jahren nachdrücklich empfohlen.
Birgit Karnbach
rezensiert für den Borromäusverein.
Lyra ist ganz heimlich
Marie Norin ; Emma Adbåge
Rowohlt Taschenbuch-Verl. (2015)
rororo ; 21341 : Rotfuchs
[12] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4