Schmetterlingsjagd

Penelope Marin, 17, genannt Lo, leidet seit ihrem 6. Lebensjahr unter extremen Zwangshandlungen, die sie dazu verleiten, in ihrer Umgebung stets nach der Dreizahl oder deren Vielfachem zu suchen bzw. Handlungen dreifach auszuführen, etwa dreimaliges Schmetterlingsjagd Klopfen auf den Schenkel, dreimaliges Wiederholen von Sätzen usw. Zudem "muss" sie immer wieder bestimmte Gegenstände entwenden, die wiederum in ihrem Zimmer in bestimmter Ordnung platziert werden und dort einen Messie-Zustand hervorrufen. Für sie sind diese Riten eine Art Schutzzauber, und Schutz braucht sie. Als Tochter eines Krisenmanagers erlebt sie häufige Umzüge in abgewirtschaftete amerikanische Städte, hat also keinen Freundeskreis; zudem muss die Familie den Drogentod des Sohnes Oren verkraften, was vor allem der Mutter nicht gelingt; für den Vater ist sie ein Freak, den man mit Medikamenten ins Lot bringt, kurz: Lo ist auf sich allein gestellt. Die seelische Not treibt sie in weitere Zwangssituationen - auch die Suche nach dem Mörder einer jungen Stripperin in einem heruntergekommenen Viertel Clevelands ist eine Folge davon. Dabei gerät sie selbst in tödliche Gefahr, lernt aber auch den Künstler Flynt kennen und lieben. - Der Plot wird spannend aufbereitet und die Not des Mädchens berührt sehr. Der "Thrill" des Buches ist das Transportmittel für die eigentliche Botschaft, die ein Plädoyer für Außenseiter und "Freaks" ist. Für junge Erwachsene breit empfohlen. (Übers.: Katja Haase)

Birgit Karnbach

Birgit Karnbach

rezensiert für den Borromäusverein.

Schmetterlingsjagd

Schmetterlingsjagd

Kate Ellison
Rowohlt-Taschenbuch-Verl. (2012)

Rowohlt-Rotfuchs
350 S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 357236
ISBN 978-3-499-21647-3
9783499216473
ca. 16,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: J
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