11 Tage mit Papa
Zunächst will die zehnjährige Naomi gar nicht wahrhaben, dass ihre Eltern sich getrennt haben. Doch sie kommt nicht daran vorbei. Ab jetzt sieht sie ihren Vater, der vorher meist mit seiner Arbeit beschäftigt war, regelmäßig. Und er hat fest vor,
die Zeit mit ihr zu nutzen. Museum, Schwimmbad, Hausaufgaben, die Tage mit Papa sind straff durchgeplant. Es braucht seine Zeit, bis beide gelernt haben, ihren Alltag miteinander zu verbringen. Und es braucht seine Zeit, bis Naomi das Gefühl hat, zwei Zuhause zu haben. Sie merkt gleichermaßen, dass ihre Mutter jetzt viel glücklicher wirkt. Die Familie hat es geschafft, im Guten neue Wege zu finden. - Trennungen sind heute für Kinder allgegenwärtig, sei es in der eigenen Familie oder im Umfeld. Umso wichtiger ist die einfühlsame Auseinandersetzung mit dem Thema, zu der dieses Buch einen guten Beitrag leisten kann. Das Buch berichtet sehr empathisch aus Naomis Sichtfeld. Positiv fällt auf, dass es keine "Schuldigen" gibt. "Sie mögen sich zwar noch, aber sie lieben sich nicht mehr." (S. 28 ). Cover und Schriftbild des Buches wirken zunächst so, als handle es sich mindestens um ein Jugendbuch. Beim Lesen wird klar, dass es sich an Kinder ab zehn Jahren richtet. - Insgesamt eine sinnvolle Bestandsergänzung für viele Büchereien.
Dorothee Rensen
rezensiert für den Borromäusverein.
11 Tage mit Papa
Brigitte Smadja
Rowohlt-Taschenbuch-Verl. (2017)
Rowohlt ; 21781 : Rotfuchs
139 S. : Ill.
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10