Der sixtinische Himmel
Aurelio ist ein einfacher Bauernsohn aus der Nähe von Forli. Seitdem er in einer Kirche in Bologna durch Zufall Michelangelo begegnet ist, möchte er Bildhauer werden. Als Söldner Jahre später den Hof seiner Eltern verwüsten, entschließt sich
Aurelio, nach Rom zu gehen, um beim größten Künstler der damaligen Zeit zu lernen. Michelangelo erinnert sich an die Begegnung in Bologna und nimmt Aurelio wider Erwarten in seine Truppe auf. So ist der junge Mann dabei, als Michelangelo von Julius II. den Auftrag erhält, die Sixtinische Kapelle mit Fresken auszuschmücken. Er wird zu einem so verlässlichen und kundigen Mitarbeiter, dass er entscheidend zum Gelingen des Werkes beiträgt und sich das volle Vertrauen Michelangelos erwirbt. Weil die Geliebte von Papst Julius, ohne dessen Wissen, Michelangelo Modell steht, kommt es für alle Beteiligten zu lebensgefährlichen Verwicklungen. Aurelio muss Rom verlassen. Er kehrt nach Hause zurück, heiratet die Witwe seines Bruders und lebt fortan wieder als einfacher Bauer. - Der Autor entwickelt ein so umfangreiches wie farbenprächtiges und lebendiges Bild Roms zur Zeit der Renaissance, das, neben den Glanzpunkten der Kunst, gekennzeichnet war von politischen Intrigen und menschenverachtender Gewalt. Vor diesem Hintergrund lässt Morell Personen derartig lebendig agieren, dass das Geschehen des Romans zu einem spannenden und unterhaltsamen Leseerlebnis wird. Für alle Bestände geeignet.
Josef Schnurrer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der sixtinische Himmel
Leon Morell
Scherz (2012)
567 S. : Ill.
fest geb.