Die jüdische Küche
Die jüdische Küche ist ein Konglomerat aus vielen verschiedenen Koch-Kulturen, sie wurde vielfach inspiriert von westlichen und östlichen Einflüssen und die Verstreuung der Juden über den Erdball spiegelt sich darin. Dennoch hat sie eine gewisse
Eigenständigkeit bewahrt. Und diese Balance zwischen Assimilation und Eigenständigkeit macht den Reiz der jüdischen Küche aus. Erwartungsgemäß gibt es in diesem opulenten und reichhaltigen Kochbuch einiges Vertrautes (z.B. Schnitzel oder Hackbraten) aber auch viel Fremdes, was sowohl an der Zubereitung als auch an den oft fremden Zutaten liegt. Das Buch ist so schön gestaltet, so aufwändig und liebevoll bebildert, dass man sich sehr gerne in diese Sphäre des Fremdartig-Vertrauten begibt. Die Fotos zeigen nicht nur die Gerichte sondern auch viele Aspekte des jüdischen Alltags. Leider sind sie alle ohne Untertitel, was sehr schade ist. Traditionell kennt die jüdische Küche viele Gerichte speziell zu den jüdischen Feiertagen, die in der Art der Zubereitung dem Festablauf angepasst waren und sich so bis heute erhalten haben. Unterhaltsam und erhellend sind die kurzen persönlichen Bemerkungen der Autorin. Manchmal hätte man sich noch nähere Erläuterungen gewünscht, vor allem ein Glossar zu den vielen unbekannten Gewürzen (z.B. Zatar, Sataysauce) und Zutaten (z.B. Guindilla-Chilis). Dennoch sehr empfehlenswert und ein Gewinn für jede größere finanzstarke Bücherei!
Ulrike Braeckevelt
rezensiert für den Borromäusverein.
Die jüdische Küche
Texte und Fotografien von Annabelle Schachmes
Südwest (2016)
383 S. : zahlr. Ill. (überw. farb.)
fest geb.