Afropäisch
Afropäer - so nennt der Autor, selbst Angehöriger dieser Bevölkerungsgruppe, diejenigen Europäer, die sowohl europäische als auch afrikanische Wurzeln haben. Und deren Geschichte ist länger, als viele glauben mögen, wie z.B. der berühmte Schriftsteller
Alexandre Dumas beweist, der ebenfalls "Afropäer" war. Pitts nimmt den Leser mit auf eine ebenso interessante wie detailreiche Reise durch Europa: von England über Frankreich bis nach Portugal. Und erzählt in vielen Beispielen von den Schicksalen der Afropäer, die es "geschafft" haben und in ihrer Gesellschaft anerkannt und etabliert sind - Schriftsteller, Modeschöpferinnen, Musiker etc. Er berichtet aber auch vom schwierigen Leben derjenigen, die bis heute von ihren weißen Mitmenschen in ihrer Identität nicht oder nur wenig akzeptiert werden. Mit seiner Studie lenkt Pitts das erste Mal ausführlich den Blick auf eine Bevölkerungsgruppe in Europa, die in ihrer Identität so bislang kaum richtig wahrgenommen wurde. Ein gutes, ein wichtiges Buch, sachlich und informativ, das jeder lesen sollte. Für alle Bestände zu empfehlen.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Afropäisch
Johny Pitts ; aus dem Englischen von Helmut Dierlamm
Suhrkamp (2020)
461 Seiten : Illustrationen
fest geb.