Ein antisemitischer Doppelmord
Am 19. Dezember 1980 werden Shlomo Lewin, der ehemalige Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Nürnberg, und seine Lebensgefährtin Frida Poeschke in ihrem Haus in Erlangen erschossen. Bei dem Versuch, die Umstände dieses Verbrechens zu rekonstruieren,
verweist der Autor auf die falsche Ermittlungsrichtung, die den Täter im persönlichen Umfeld vermutet. Seine Analyse des Antisemitismus und des Rechtsextremismus der damaligen Zeit mit Bezug zur Gegenwart bringt ihn auf der Suche nach dem Motiv zur Wehrsportgruppe Hoffmann und dessen Mitglied Uwe Behrendt als Täter und zur PLO, die eine Kooperation mit dieser Gruppe eingeht. Hoffmann, der später wegen anderer Taten verurteilt wird, kann sich im Prozess um seine Mittäterschaft herausreden. - Das umfangreiche Buch wirft einen eindringlichen Blick auf den Rechtsterrorismus, das vergessene Verbrechen und die juristisch fragwürdigen Entscheidungen.
Helmut Eggl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Ein antisemitischer Doppelmord
Uffa Jensen
Suhrkamp (2022)
316 Seiten : Illustrationen, Diagramme
fest geb.