Dreihundert Männer
Während der Industrialisierung des 19. Jh. entstanden in Deutschland aus Handwerksbetrieben Firmen von Weltrang, die man bis heute kennt: Krupp, Siemens, Thyssen, AEG. Genialer Erfindergeist und gut ausgebildete Facharbeiter führten „Made in Germany“
in vielen Branchen an die Weltspitze. Die Verflechtungen der deutschen Industrie, der Banken und der Politik analysierte schon Walter Rathenau 1909 als Herrschaft von dreihundert Männern. Später bürgerte sich dafür der Name „Deutschland AG“ ein. Kriegsgewinnler und Arisierungsprofiteure, Globalisierung, Wiedervereinigung und gierige Finanzinvestoren thematisiert Richter und geht nebenbei auch auf den damit einhergehenden gesellschaftlichen und kulturellen Wandel ein. – Konstantin Richter erzählt 150 Jahre deutscher Wirtschaftsgeschichte so spannend wie einen Roman. Er orientiert sich dabei an der Montagetechnik von Florian Illies. Immer wieder greift er die Schicksale einzelner Personen auf und wechselt dann zu mehr analytischen Abschnitten. Nominiert für den Deutschen Sachbuchpreis 2026, ist das unterhaltsam lesbare und gleichzeitig sachlich fundierte Buch für den breiten Einsatz absolut empfehlenswert!
Marion Sedelmayer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Dreihundert Männer
Konstantin Richter
Suhrkamp (2025)
543 Seiten : Illustrationen
fest geb.