Islandfeuer

Die Mittvierzigerin Anna Arnardóttir ist Leiterin des Instituts für Geowissenschaften in Reykjavik. Ihr Mann Kristinn ist gut situiert; sie leben mit ihren zwei Kindern in einem Vorort der Hauptstadt. Auf der Halbinsel Reykjanes im Südwesten ist Islandfeuer in letzter Zeit verstärkt seismologische Auffälligkeit zu beobachten. Bei einer Sitzung mit den Geologen, den Meteorologen, dem Zivilschutzleiter, dem Polizeipräsidenten und anderen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ist es bezeichnend, dass die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes die Warnungen Annas und anderer Wissenschaftler als doch wohl nicht so ernst abtut. Anna kann natürlich keine präzise Vorhersage in Sachen Vulkantätigkeit treffen. Ihr Instinkt sagt ihr aber, dass die Situation bedrohlich ist. Anna ist gerade durch eine Affäre mit einem Fotografen auch noch abgelenkt. Und dann kommt es zur Katastrophe. Der befürchtete Vulkanausbruch mit Erdbeben fordert viele Opfer. Anna kommt gerade von ihrem Liebhaber, will zu der Halbinsel und vergisst, dass sie ihrer Tochter versprochen hatte, sie von der Schule abzuholen. Die Tochter kommt ums Leben. - Die Icherzählerin Anna wird als eine rational denkende Frau dargestellt, der man diese leidenschaftliche Liebesaffäre irgendwie nicht so recht zutraut. Die vielen wissenschaftlichen Details und die ungewohnten Namen und Schreibweisen machen das Lesen der durchaus interessanten Geschichte manchmal etwas anstrengend. Doch ist es auch für Laien aufschlussreich zu sehen, mit welchen Herausforderungen die Fachleute in solchen Situationen fertigwerden müssen. Gezielt einsetzbar.

Erwin Wieser

Erwin Wieser

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Islandfeuer

Islandfeuer

Sigriður Hagalin Björnsdóttir ; aus dem Isländischen von Tina Flecken
Suhrkamp (2022)

suhrkamp taschenbuch ; 5254
335 Seiten : Illustration
kt.

MedienNr.: 999980
ISBN 978-3-518-47254-5
9783518472545
ca. 15,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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