Stationen vergessenen Glücks

Jakob Vrell, ein Mann mittleren Alters, zieht sich morgens seine Schuhe an und verlässt das Haus. Er hat einen festen Plan, er klappert bestimmte Lokalitäten ab und verfolgt ein Ziel, das man als Leser nur vermuten kann: er möchte sich wohl das Stationen vergessenen Glücks Leben nehmen. Erst nach und nach, in Gesprächssituationen mit seinen ehemaligen Weggefährten, erfährt man bruchstückhaft, was in seinem Leben alles schief gegangen ist. Er hatte als Student aus Pflichtgefühl das Restaurant seines Vaters übernommen, obwohl er eigentlich Künstler werden wollte. Seine Frau hat ihn verlassen, zu seinen Kindern hat er keine wirkliche Beziehung, sein Restaurant ist insolvent, er hat die Steuerfahndung und eine Klage wegen sexueller Belästigung am Hals. Eine junge Frau, die wie ein Engel erscheint, bringt ihn letztendlich von seinem Vorhaben ab. – Das Buch ist neben der melancholischen Rückschau auf verpasste Chancen und falsche Lebensentscheidungen auch eine kleine Satire auf die Münchner Gastronomie mit ihren pseudo-kumpelhaften italienischen Baristas und korrupten Wirten in Lederhosen.

Franziska Knogl

Franziska Knogl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Stationen vergessenen Glücks

Stationen vergessenen Glücks

Friedrich Ani
Suhrkamp (2026)

126 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 756331
ISBN 978-3-518-47572-0
9783518475720
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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