Verkaufte Zukunft
Es klingt schon paradox: Die meisten wissen, dass die Klimakrise die größte Gefahr ist, die es für die Menschheit, ja die ganze Welt gibt. Und dennoch wird überall und auf allen Ebenen mehr als zögerlich daran gearbeitet, dieses Problems Herr
zu werden. Woran das liegt, das untersucht der Autor, Professor für Gesellschaftsforschung und Soziologie seit Jahren. Die Ergebnisse seiner Studie präsentiert er in seinem neuesten Buch: Die Welt ist so komplex strukturiert, dass sie in ihren Phänomenen schier unübersichtlich ist. In Politik und Wirtschaft gibt es unterschiedlichste, oft widerstreitende Interessen, die gesellschaftlichen Strukturen der verschiedensten Nationen und Kulturen scheinen inkompatibel. Zudem möchten die reichen Staaten auf ihren Wohlstand nicht verzichten, die ärmeren diesen erst gewinnen, – sodass man nicht weitläufig und nachhaltig genug denkt. Doch Beckert analysiert nicht nur den Status Quo. Er formuliert auch im letzten Kapitel seines Buches, was zu tun ist: Jeder – auch der Einzelne – muss radikal umdenken und sein Verhalten und Leben in allen Konsequenzen ändern, um noch die Hoffnung auf eine positive Zukunft zu erhalten. Die Lektüre dieses Buches frustriert oft, aber damit regt sie auch zum Nachdenken an, und zum Handeln. Deshalb ist es so wichtig und allen Büchereien wärmstens zu empfehlen.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Verkaufte Zukunft
Jens Beckert
Suhrkamp (2024)
238 Seiten : grafische Darstellungen
fest geb.