Linn und das Flüstern der Finsternis

Linn Grünewald hat eine besondere Gabe. Wie ihre Großmutter besitzt auch sie die Fähigkeit, Gefühle von Pflanzen zu spüren. Was spannend klingt, ist nicht immer angenehm, denn sobald Linn irgendeine Pflanze mit ihren bloßen Händen oder Fußsohlen Linn und das Flüstern der Finsternis berührt, spürt sie all deren Kraft und Bedürfnisse, wie Verlangen nach Wasser oder Hunger nach Licht, als wären es ihre eigenen. Barfußlaufen über eine Wiese oder auf einen Baum klettern kann dadurch für Linn zu einer Tortur werden. In ihrer Klasse gilt sie als das komische Pflanzenmädchen, das niemand wirklich ernstnimmt. Nur Nathanael Nachtweih scheint Interesse an ihr zu zeigen. Aber erzählt man über seine Familie nicht auch allerhand Unheimliches? Warum werden sie hinter vorgehaltener Hand immer wieder als Katzenmenschen bezeichnet? Und wie eigenartig ist es, dass der Junge plötzlich zusammen mit seinem Onkel Dark in dem abgelegenen Dorf ihrer Oma auftaucht, wo Linn jedes Jahr ihre Ferien verbringt? Als Linn dort in einem magischen Garten von einem alten Ginkgo-Baum drei Bohnen in einem Glas anvertraut werden, ahnt sie nicht, dass dadurch ein Kampf um Hell und Dunkel, um Gut und Böse in der Pflanzenwelt entfacht wird, in dem sie selbst und ihr neuer Freund Nathanael eine entscheidende Rolle spielen. – Eine fantastische Freundschaftsgeschichte für Kinder ab 10 Jahren mit einem spannenden Grundgedanken, der die Eigenschaft der Pflanzen als Lebewesen in den Fokus rückt – auch wenn die Autorin diesbezüglich vielleicht etwas zu viele sprachliche Metaphern eingebaut hat.

Elisabeth Brendel

Elisabeth Brendel

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Linn und das Flüstern der Finsternis

Linn und das Flüstern der Finsternis

Anne Becker
Thienemann (2026)

205 Seiten : Illustrationen
fest geb.

MedienNr.: 625341
ISBN 978-3-522-18637-7
9783522186377
ca. 14,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 10
Systematik: K
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