Wir gegen die Wildnis
Eigentlich wollen die beiden Schwestern Amy und Vivian gemeinsam mit ihrem Cousin Owen nur eine Nacht und einen Tag ohne Eltern in ihrem kleinen Camp im Sequoia National Park verbringen. Doch dann kommt alles ganz anders. Ein nächtliches Erdbeben
schneidet ihnen den Rückweg zum Camp ihrer Eltern ab und die Kinder sind gezwungen, sich nur mit Hilfe ihrer Wanderkarte einen anderen, viel weiteren Ausweg aus der Wildnis zu suchen. Zum Glück haben alle bereits mit ihren Eltern Wandererfahrungen sammeln können. So sind zumindest Grundkenntnisse bezüglich der Lebensmittelversorgung und Orientierung in nicht beschildertem Gelände vorhanden. Trotzdem kommen alle drei auf dem lebensgefährlichen Trip an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Sie müssen mit reißenden Flüssen, Bären, Nachbeben, kaum erkennbaren Pfaden und Lebensmittelknappheit klarkommen. Dass das alles letztlich gut ausgeht, ist nur dem Zusammenspiel der drei Kinder mit ihren jeweils ganz eigenen Fähigkeiten zu verdanken. Vivian, die als Motor des Trios immer wieder für Antrieb sorgt, Owen, der es mit einem ausgeklügelten Plan schafft, dass die Lebensmittel gerade so ausreichen, und Amy, die der Welt mit ihrem großen Herzen entgegentritt und die Stimmung immer wieder aufhellt. – Eine spannende, wenn auch teilweise etwas unrealistisch wirkende Abenteuergeschichte über die unvermuteten Kräfte, die wir alle für Extremsituationen in uns tragen und aktivieren können. Gut gelungen ist die kindgerechte Balance zwischen Spannung und Entspannung. So wird die extrem gefährliche Situation der Kinder zwar deutlich, das vorherrschende Lesegefühl ist jedoch entlastend.
Elisabeth Brendel
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Wir gegen die Wildnis
Anne Nesbet ; aus dem amerikanischen Englisch von Cornelia Panzacchi
Thienemann (2026)
266 Seiten : Illustrationen
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10