Antonia Lucia Labellas brillanter Plan
Seit der Vater verstorben ist, lebt Antonia allein mit Mutter und Oma. Die Nachfahren italienischer Einwanderer leben ihre Traditionen mit überschäumendem Temperament. So ist Antonia nicht nur katholisch, sondern sehr katholisch, was sich bei ihr
in verstärkter Heiligenverehrung zeigt. Sie kennt nicht nur den passenden Schutzheiligen für jede Gelegenheit, sondern sie versucht seit Jahren auch die erste lebende Heilige zu werden und macht dafür regelmäßig dem Vatikan neue Vorschläge. Die "Korrespondenz" dazu ist typographisch abgehoben eingefügt. Außerdem ist sie scheinbar in Andy verknallt und möchte ihren ersten Kuss von ihm bekommen. Dabei übersieht sie Michael, mit dem sie eigentlich ein tiefes Vertrauensverhältnis verbindet. - Die überschwängliche Heiligenverehrung ist schon etwas ungewöhnlich bzw. gewöhnungsbedürftig exzessiv. Das könnte durchaus noch mehr nerven, wenn die Autorin nicht einen völlig natürlichen und selbstverständlichen Ton getroffen hätte, der die sehr italienische Lebensart so sympathisch erscheinen lässt. Die Verwirrung im Liebesleben der Hauptfigur ist ebenfalls sehr authentisch und humorvoll dargestellt. - Ein durch und durch warmherziger Jugendroman für viele Büchereien.
Astrid Frey
rezensiert für den Borromäusverein.
Antonia Lucia Labellas brillanter Plan
Donna Freitas
Gabriel (2013)
300 S.
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 11